Arbeitsschutz muss passen

Es gibt Risiken mit unmittelbaren Auswirkungen. Und solche, deren Folgen sich erst Jahre später zeigen. Deshalb braucht es den passenden Schutz.

Wichtige Themen

Wer viel im Freien arbeitet und den Schutz vor UV-Strahlung nicht ernst nimmt, spürt die Folgen oft viele Jahre später. Diese können schwerwiegend sein. Der weiße Hautkrebs hält seit einigen Jahren den Spitzenplatz unter den bei der BG BAU gemeldeten Fällen auf Verdacht einer Berufskrankheit (BK).

Auch bei Arbeitsplätzen mit hoher Staubbelastung führen die schädigenden Stäube meist erst nach Jahren zu schwerwiegenden Erkrankungen. Durch den langen Zeitraum zwischen der Einwirkung und dem Beginn der Erkrankung werden die Risiken häufig unterschätzt.

Fehlende und mangelhafte Schutzmaßnahmen bei hochgelegenen Arbeitsplätzen wirken sich dagegen unmittelbar aus: Abstürze und Durchstürze gehören zu den Unfällen mit hohem Verletzungsgrad und damit einschneidenden Folgen für Betroffene und ihre Familien.

Wir thematisieren diese Risiken und setzen auf zielgerichtete Aufklärung und Beratung, auf branchenspezifische Angebote – und auf die finanzielle Förderung geeigneter Schutzmaßnahmen.

Gemeinsam mit unseren Tochtergesellschaften gewährleisten wir die nach dem Arbeitssicherheitsgesetz verpflichtende arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuung.

 Weiterführende Informationen

Gesunde Haut: UV-­­­Schutz unverzichtbar

Maßnahmen zum Schutz vor UV-Strahlung können Hautkrebs vorbeugen und sind daher unverzichtbar, auch wenn sie im Arbeitsalltag oft in den Hintergrund treten: Technischer Arbeitsschutz wie Sonnensegel, organisatorische Maßnahmen wie eine Verlegung der Arbeiten in die frühen Morgenstunden oder persönliche Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Kopfbedeckung, Augenschutz und Nackenschutz, lange Bekleidung oder regelmäßiges Eincremen sind wichtige und wirksame Maßnahmen.

UV-Schutz: Zentrales Thema der Arbeitsmedizin

Im September 2019 trat die Arbeitsmedizinische Regel 13.3 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in Kraft. Sie schreibt vor, welche Vorsorge- und Schutzmaßnahmen für „Tätigkeiten im Freien mit intensiver Belastung durch natürliche UV-Strahlung von regelmäßig einer Stunde oder mehr je Tag“ zu treffen sind.

Eine entsprechende Wunschvorsorge ist Beschäftigten anzubieten, die Tätigkeiten im Freien ausüben

  • im Zeitraum April bis September an mindestens 50 Arbeitstagen,
  • jeweils mindestens eine Stunde zwischen 10 Uhr und 15 Uhr MEZ (entspricht 11 Uhr bis 16 Uhr MESZ).

Wir stärken Unternehmen und Versicherte beim Umgang mit schädlicher UV-Strahlung.

Unser Partner, der Arbeitsmedizinische Dienst (AMD) der BG BAU GmbH, berät Unternehmen und Versicherte zu allen Fragen und führt arbeitsmedizinische Untersuchungen zum Thema UV-Schutz durch, zum Beispiel

60.000

UV-Schutz-Beratungen allein im Jahr 2019

Bestimmte Formen des weißen Hautkrebses sind seit Januar 2015 als BK 5103 in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen. Die Tendenz der gemeldeten Verdachtsfälle zeigt nach oben:

In einer Umfrage im März 2019 wollte die BG BAU von Auszubildenden aus unterschiedlichen Gewerken wissen, wie gut sie über das Thema „Schutz vor UV-Strahlung“ Bescheid wissen und was sie selbst zu ihrem Schutz tun.

Dr. Anette Wahl-Wachendorf, Leiterin des AMD der BG BAU GmbH, fasst das Ergebnis zusammen: „Positiv an den Ergebnissen ist, dass offenbar grundsätzlich ein breites Wissen zum Thema UV-Strahlung da ist, problematisch ist eher, wie mit dem Wissen umgegangen wird (...) da ist also noch viel Luft nach oben.“

  • Gib auf dich acht – zu viel Sonne kann krank machen
  • Bildquelle: BG BAU

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Absturzunfälle haben gravierende Folgen

Arbeitsunfälle durch Abstürze haben häufig tragische Folgen: Mehr als ein Drittel aller tödlichen Unfälle im Bereich der BG BAU geht auf Abstürze zurück. Gleiches gilt für die schweren Unfälle, auch hier sind Abstürze, darunter auch Durchstürze, eine häufige Ursache.     

Hinter den Zahlen stehen viele Einzelschicksale, die Auswirkungen auf Familie, Freunde und den Kollegenkreis können einschneidend sein. Dies müsste nicht sein: Denn häufig sind ungesicherte Arbeitsstätten oder die fehlende persönliche Absicherung – oft durch Nachlässigkeit – die Ursache.

Regeln können Leben retten

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind verpflichtet, die Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung zu erfüllen. In der Technischen Regel für Betriebssicherheit (TRBS) 2121 wurden Erkenntnisse und Studien zum Unfallgeschehen in einem Regelwerk umgesetzt. Die Teile I und II konkretisieren die Anforderungen bei der Verwendung von Gerüsten und Leitern. Sie sind für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber der Bauwirtschaft und baunaher Dienstleistungen ein wichtiges Werkzeug, um ihren Verpflichtungen aus der Betriebssicherheitsverordnung nachzukommen. Die Regeln geben vor, nach welchen Kriterien bereits in der Planungsphase die Gefährdung zu beurteilen ist, welche Schutzmaßnahmen daraus abzuleiten sind und wie die praktische Umsetzung sicherzustellen ist. Auf der Grundlage des Regelwerks haben wir unser umfangreiches Angebot an „Bausteinen“ angepasst. Dort sind die wichtigsten Informationen kompakt und anschaulich zusammengefasst. Zudem bieten wir Seminare, Beratung und Aufklärung und über die Arbeitsschutzprämien finanzielle Anreize, um für sichere hochgelegene Arbeitsplätze zu sorgen: damit unsere Versicherten wohlbehalten in der Höhe arbeiten können und unsere Unternehmen entlastet werden.

  • Was hält die Persönliche Absturzsicherung aus?
  • Bildquelle: BG BAU

 Weiterführende Informationen



 

Staub vermeiden: Saubere Luft für eine gesunde Lunge

Es fühlt sich bedrohlich an, wenn bei kleinster Anstrengung die Luft wegbleibt, man nicht frei durchatmen kann, von Husten geplagt wird. Saubere Luft ist die lebensnotwendige Basis für gesunde und funktionstüchtige Lungen. An Arbeitsplätzen im Baugewerbe entstehen häufig Stäube unterschiedlichster Zusammensetzung. Wer sie ignoriert, riskiert eine folgenschwere, manchmal tödliche Erkrankung der Atemwege.

Auf der Liste der gemeldeten Verdachtsfälle stehen berufsbedingte Lungenerkrankungen weit oben:

Die gute Nachricht: Es gibt vielseitige, praxistaugliche Möglichkeiten, Staub zu minimieren!

Im Rahmen des Aktionsprogramms „Staubminimierung beim Bauen“ arbeitet die BG BAU beispielsweise mit 21 Bündnispartnern daran, dass staubarme Technologien und Produkte selbstverständlich werden.

Staub kann bei nahezu allen Tätigkeiten in der Bauwirtschaft entstehen zum Beispiel beim Umgang mit pulverförmigen Produkten, bei Abbruch-, Sanierungs- und Reinigungsarbeiten oder auch bei der Bearbeitung von Baustoffen mit Maschinen. Auf dem Markt gibt es mittlerweile neue Produktsysteme wie z. B. staubreduzierende Granulate von Fliesenklebemörtel und Spachtelmassen. Messungen belegen, dass die Staubbelastung beim Anmischen dieser Produkte deutlich reduziert ist. Dadurch werden Gesundheitsgefährdungen erheblich verringert. Die BG BAU fördert zahlreiche Maßnahmen zur Staubreduzierung mit finanziellen Zuschüssen, zum Beispiel Bauentstauber.

  • Staub auf der Baustelle
  • Bildquelle: BG BAU

 Weiterführende Informationen


  • Staub
    Informationen zu Risiken und Schutzmaßnahmen, Regelwerke, Praxishilfen, Arbeitsschutzprämien
     
  • Sprechstunden mit Peer-Beratung
    Informationsveranstaltungen der BG BAU, zum Beispiel für Versicherte mit Asbestose-Erkrankungen
     
  • „Staub war gestern“: Die BG BAU auf der DASA Arbeitswelt Ausstellung im Juni 2019